Kulinarische Erlebnisse auf La Palma

Liköre

Aus Branntwein, meist Zuckerrohrschnaps, werden auf der Insel viele verschiedene Liköre hergestellt. Bekannt ist der Licor de café (Kaffeelikör) von Tazacorte, der aus Zuckerrohrschnaps, Zucker, gemahlenem Kaffee (der mindestens zehn Tage ziehen muss) und Wasser besteht. Geröstete Kaffeebohnen statt des gemahlenen Kaffees ergibt einen leicht abweichenden Geschmack.

Trinken auf La Palma, Wein auf La Palma

Einfallsreichtum und Geschmack der Palmeros haben unzählige Rezepte hervorgebracht, wie man aus Orangenschalen, Zitrone, Zucker, Zimt, Anis, Muskatnuss und Kräutern wie Zitronengras oder Zitronenstrauch den Mistela ansetzt, einen delikaten Orangenlikör. Liköre neueren Datums, auch sie hausgemacht, sind unter anderem der Licor de níspero (Mispellikör) und der Licor de moras (Maulbeerlikör).

Wein

Weinbau hat auf La Palma Tradition seit 1505, als die kastilische Krone die ersten Boden- und Wasserrechte verteilte. Bevorzugter Tropfen europäischer Königshäuser war damals der Malvesier, ein Süßwein aus Fuencaliente. Der mineralstoffreiche Boden aus Vulkanasche bringt auch heute Weine von einzigartigem Aroma hervor, vor allem im südlichen Teil der Insel, in Mazo und Fuencaliente. Im Gegensatz zu unseren Anbaugebieten wachsen die Trauben auf La Palma nicht auf Rebstöcken, sondern - zum Schutz gegen den Wind - größtenteils am Boden. La Palma besitzt eine Ursprungsbezeichnung für seine Weine und einen Kontrollrat, der über ihre Qualität wacht und garantiert, dass sie auf La Palma gewachsen sind und hier gekeltert, gereift und abgefüllt wurden. Einige Weine haben den Winzern und Keltereien bereits internationale Preise gebracht.

Die Sorten: Der Malvasier kommt heute als weisser trockener Wein auf den Markt, ein ausgezeichneter, aus bernsteingelben Malvasiertrauben hergestellter Aperitiv- und Dessertwein, sowie als süßer Malvasier, der Dessertwein par excellence. Er wird aus den Trauben von Los Llanos Negros in Fuencaliente gekeltert und benötigt Reife, viel Sonne und eine gewisse Feuchtigkeit. Eine weitere palmerische Spezialität sind die roten und rosé Teaweine, die in Fässern aus dem harzigen Holz der kanarischen Kiefer reifen. Neben dem Malvasier wachsen auf La Palma, abgesehen von einigen kleineren, unbedeutenden Rebsorten: Negramoll, Sabro, Listan, Bujariego, Muskatella, Almuñeco, Gutedeltraube, Verdello und Gual.

Rum

In der Gemeinde San Andrés y Sauces hat die Zuckerrohrverwertung Tradition. Schon zu Beginn des 16. Jhds. fanden sich hier ausgedehnte Zuckerrohrplantagen, doch verdrängte mit der Zeit der Rum den Zucker als Primärprodukt. 1883 wurde die Destilería del Valle gegründet. Sie brannte bis Mitte der 90er Jahre Rum. Eine weitere alte Destillerie auf La Palma, die neben Ron del Puerto auch Zuckerrohrsirup für die Rapaduras sowie Pan del miel (ein Fastnachtsgebäck aus Brot, Zuckerrohrsirup und Mandeln) produzierte, wechselte 1950 die Marke. Heute wird der 40-grädige Ron La Aldea (so genannt nach dem Ort La Aldea de San Nicolás de Tolentino auf Gran Canaria) als echt palmerischer Rum verkauft. Das hierzu nötige Zuckerrohr wird immer noch auf La Palma angebaut.

Wasser

Günstige klimatische Bedingungen machen La Palma zu einer grünen und wasserreichen Insel. Die zahlreichen Quellen liefern ausgezeichnete Trink- und Mineralwasser. Bis vor einigen Jahren jedoch war der kostbare Rohstoff nicht in öffentlicher Hand, sondern verschiedene "Wasserbarone" nutzten ihre Jahrhunderte alten Wasserrechte und verkauften ihr Wasser einzeln an die Verbraucher. Unzählige Wasserleitungen ziehen sich auch heute noch über Berge und Schluchten talwärts zu den Ortschaften und in die Wasserbassins der Bananenplantagen.

Unterkünfte auf La Palma
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