Permalink

off

Abenteuerreisen zu Indianern in USA

Abenteuer auf ungewohnten Pfaden
Ein Erlebnis mit und bei Indianern. Ganz spontan – welche Assoziationen haben Sie, wenn von Indianern die Rede ist? Winnetou? Geronimo? Indiana Jones, der gar keiner war? Oder fallen Ihnen eher Begriffe ein wie Freiheit, Abenteuer, Lagerfeuerromantik, stolze Krieger, Pferde, Tipis, freilaufende Büffel in der Prärie, beeindruckende, weite Land- schaften, Harmonie mit der Natur… Ganz egal, was Ihre ersten Gedanken sind und welche Bilder Sie dazu im Kopf haben – sie stimmen alle. Und auch wieder nicht.

indianer-reisen

Begegnung mit ‚echten’ Indianern

Bei der Begegnung mit ‚echten’ Indianern tauchen Sie in die Faszination einer Kultur ein, die sich nur schwer auf wenige Worte reduzieren lässt. Ein wenig dieser Faszination möchte ich Ihnen mit diesem Artikel vermitteln; ein Artikel, der auch von meiner eigenen, grossen Leidenschaft erzählt.

Nach längeren Aufenthalten in den USA und der Mitarbeit an einigen (politischen) Projekten, die mich einerseits mit den Schwierigkeiten der Indianerstämme konfrontiert, andererseits aber auch mit den Wurzeln der indianischen Kultur in Berührung gebracht haben, ist in mir der Wunsch entstanden, die tiefe Verbundenheit, die ich zu den indigen Völkern empfi nde, an andere Menschen weiterzugeben. So entstand die Idee zu‚Begegnungs-Reisen’. Seit 20 Jahren begleite ich 2-3 Gruppen pro Jahr in die USA oder nach Kanada und wandle mit ihnen auf den Spuren ihrer Träume und Vorstellungen. Die eingangs erwähnten Begriffl ichkeiten und Vorstellungen teilen so gut wie alle Menschen, die sich aufmachen, Ureinwohnern zu begegnen.

Leider ist diese Vorstellung sehr idealisiert und hat ihren Ursprung wohl eher in zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern sowie Filmen, als in der Realität. Denn die ist heute geprägt und gekennzeichnet von Zerrissenheit und natürlich den alltäglichen Sorgen – wie bei uns. Und doch, wer genau hinsieht, wer diesen Menschen vorurteilsfrei und offen begegnet, kann viel von jenen Werten erkennen, nach denen alle Menschen suchen und die in unserer zivilisierten Welt in weiten Teilen auf der Strecke geblieben sind. Das macht genau diese Sehnsucht und Faszination aus, die das indianische Volk auf uns ausübt.

Aus der Geschichte heraus gesehen verständlich, ist zu Beginn meist eine gewisse Distanziertheit zwischen uns weissen Besuchern und den indianischen Gastgebern oder Referenten zu spüren. Aber wenn das Eis einmal gebrochen und Vertrauen entstanden ist, geht es gleich los mit dem sogenannten ‚teasen’, einem Situationshumor vor dem niemand sicher ist. Keiner, der als stark genug erachtet wird, etwas Belustigendes zu vertragen bleibt verschont, besonders nicht geschätzte Menschen, ob Besucher oder nicht. Diesen Humor habe ich beim Besuch aller indianischen Nationen entdeckt und erfahren dürfen, manchmal bis zu richtigem Bauchzwicken vor Lachen.

Bilder von den Indianer-Reisen in Nordamerika
(Arizona, Montana, South Dakota und Wyoming)

Was sehr beeindruckend ist, ist das respektvolle Miteinander der Generationen. Allem voran ihr hohes Mass an Menschlichkeit und Weisheit, Respekt und Stolz. Das beginnt bei der Kindererziehung, geht über den grossen Respekt der Männer gegenüber den Frauen bis hin zu einem würdevollen Umgang mit älteren Menschen. Hier eine kleine Episode, die ich selbst erlebt habe:

Ein junger Vater läuft mit seinem Kind an der Hand über das PowWow Gelände. Das Kind, vielleicht eineinhalb Jahre alt, stolpert, die Hand rutscht aus der des Vaters und es stürzt. Es weint nicht, der junge Vater bleibt stehen und wartet. Zwei bis vier Minuten vergehen bis sich der Kleine wieder aufgerappelt hat. Stolz lacht er seinen Vater an, der lacht wohlwollend zurück, streckt ihm die Hand wieder hin und sie gehen weiter. Kein Geschrei, keine Ermahnung, keine Überreaktion des Vaters – nichts. Der Vater wartet, bis das Kind aus eigener Kraft wieder auf den Beinen steht und belohnt es mit einem Lächeln für seine Tapferkeit.

Das gleiche Prinzip werden Sie auch beim Umgang mit älteren Menschen erleben. Es wird ihnen nichts abgenommen, was sie aus eigener Kraft noch tun können. Stattdessen gibt man ihnen respektvoll die Zeit, die sie dazu benötigen oder wartet ab, ob sie um Hilfe bitten. Ein befreundeter Medizinmann hat es mit drei Buchstaben auf den Punkt gebracht: TLC – Tender – Loving – Care; Zart – Liebend – Fürsorglich. Ich würde es um eine für mich ganz wichtige Eigenschaft ergänzen: menschlich.

Hier wird niemand auf ein Podest gestellt, alle sind gleich. Auch ein Medizinmann ist nichts ‚Besseres’. All diese Feinheiten und Werte entdecken Sie natürlich nicht beim Tanken oder shopping auf einem Reservat. Um das zu entdecken und mit dieser Sensibilität in Berührung zu kommen, bedarf es eines ‚Türöffners’, eines kundigen Menschens vor Ort, der die‚verborgenen Schätze’ kennt und weiss, wo sie zu fi nden sind und wie man ihnen am besten begegnet. Genau das ist die Philosophie meiner Begegnungs-Reisen, bei denen Sie, fernab aller gängigen Klischees, die Menschen einerseits und die grossartige Weite und wilde Schönheit der Natur andererseits erfahren. Die Landschaft ist unberührter, intakter als ausserhalb der Reservate und oft befi nden sich die schönsten Nationalparks in der Nähe – so ist es möglich Tiere und Natur so richtig zu geniessen und zu beobachten.

Für alle, die lieber auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen, gleich ein ganz wichtiger Tipp vorab: Versuchen Sie nie, wie ein Indianer auszusehen, sondern als Mensch mit eigener Kultur und Identität. Sonst könnten Sie als ‚wannabe’, ein‚M?chtegern’ Aufsehen erregen. Leider allerdings kein positives. Sie fänden einen Indianer mit Lederhose und Gamsbart am Hut bestimmt auch nicht sehr authentisch.

Eine Veranstaltung, die Sie gut auch ohne indianischen F?hrer besuchen können, ist das PowWow – ein buntes Tanz- und Begegnungsfest. Inmitten dieses bunten Treibens werden Themen der Gemeinde besprochen, gestorbene Familienangehörige betrauert und Essen gekocht. Musik, Gesang und vor allem der Rhythmus der Trommeln und die hohen Stimmen der Sänger werden Ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Alte und junge Tänzerinnen und Tänzer treten in zahlreichen Wettbewerben stolz und herausgeputzt gegeneinander an, Verkaufsstände mit Essen und indianischem Kunsthandwerk runden das Ganze ab.

indianer-reisen

 

Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn leider mischt sich unter das traditionelle Handwerk zunehmend mehr Billigware. Früher waren Gäste bei diesem Fest immer willkommen und in der Natur war alles blitzsauber, denn Essensreste hätten ja wilde Tiere angelockt. Doch auch in dieser traditionellen Veranstaltung hat sich einiges geändert.

‚Unsere Zeremonien waren die Erziehungsgrundlage für unsere Kinder. Hier wurde ihnen beigebracht, wie man ein gutes, verantwortungsvolles Leben führt. Durch das Verbot unserer Kultur (Zeremonien waren bis 1978 verboten) haben wir vier Generationen von Menschen, die ohne Erziehung aufgewachsen sind. Jetzt erst wandelt sich das Bewusstsein unserer jungen Menschen wieder zu mehr Eigenverantwortung’. Der Indianer Joe W., pensionierter Lehrer und Polizist.

Heute bewegt sich das Leben der Indianer auf den Reservaten zwischen traditionell und angepasst. Das gilt sowohl für den Lebensstil, als auch für die Spiritualität. Seit 1978 ist die Lehre und Ausbildung der indianischen Sprachen sowie der traditionellen Religion wieder erlaubt und es wächst eine neue Generation heran. Mit mehr Selbstwert und ‚guter Erziehung’, und auch wenn es uns befremdlich erscheinen mag, für sie ist es ganz normal, mit uns gemeinsam bei McDonalds oder Burger King zu sitzen, Coca Cola trinken und dabei über ihre traditionellen Werte zu sprechen. Dennoch gilt es für Besucher ein paar Grundregeln zu beachten. Denn nach wie vor gibt es zahlreiche Native Americans, die in grösseren Reservaten leben und wenig bis gar keinen Kontakt mit der westlichen Gesellschaft haben. Manche haben auch schlechte Erfahrungen gemacht und sind vorsichtig geworden, was, wie oben bereits erwähnt, aus der Geschiche heraus, verständlich ist.

Bitte achten Sie als Gast immer darauf, Ihren Gastgebern auf ‚Augenhöhe’ zu begegnen, offen und rücksichtsvoll zu sein. Bevor Sie Menschen mit Kamera oder Handy fotografi eren oder fi lmen, fragen Sie bitte immer um Erlaubnis. Vor allem beim Fotografi eren im Rahmen von Zeremonien. Sollten Sie eingeladen sein, an einer Zeremonie teilzunehmen, schauen Sie bitte, wie die Anderen sich verhalten oder fragen Sie Ihren Gastgeber. Denn manchmal gibt es z.B. unsichtbare Linien, die man nicht überschreiten sollte. Beispiel: Generell läuft oder bewegt man sich nicht vor einem Zeremonienmeister, sondern geht hinten vorbei. Und noch ein Tipp: Um Zeremonien in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen, braucht es nicht den Kopf, sondern den Bauch. Zeremonien werden Sie nur gefühlsmässig erleben und erfassen.

‚Ich verstehe mich als moderner Übersetzer zwischen unserer Welt und der Welt der heutigen weissen Mehrheit. Erziehung ist auf beiden Seiten notwendig’. Indianer Ed Iron Cloud, Rancher und Büffelfarmer, einer von nur zwei indianischen Abgeordneten im Parlament von South Dakota.

Dieses Zitat von Ed Iron Cloud beinhaltet auch etwas von dem, was ich sein möchte – eine Brückenbauerin zwischen zwei Kulturen. Meine Vision? Ein Leben in Freiheit, selbst bestimmt in Freude und Würde und liebevollem Miteinander. Nicht dass ich das immer könnte, aber ein grosses Ziel schadet ja nicht.

indianer-reisen

Die Begegnungs- und Indianer-Reisen von Corinna Veit:

Meine Leidenschaft ist, Menschen aus dem europäischen Kulturraum in einem begrenzten Zeitraum von 2-3 Wochen, eine Begegnung zu ermöglichen, die ihnen eine andere Sicht, nicht nur auf die Kultur der Indianer, sondern auch auf Ihr eigenes Leben ermöglichen wird.

Bei meinen Reisen stehen persönliche Kontakte mit den Bewohnern der Reservate im Mittelpunkt. Die Teilnehmer haben Einblick in den Alltag der Indianer, lernen ihren Glauben, ihre Weltanschauung, ihre ursprüngliche und aktuelle Lebensweise kennen. Kleine Reisegruppen ermöglichen intensive Begegnungen, die vielen Menschen unvergesslich bleiben. Und, ich arbeite mit Menschen zusammen, die für ihre eigenes Volk etwas tun wollen, das heisst, sie arbeiten nicht vorrangig im Tourismus. Dies gibt dem Austausch seinen persönlichen Charakter. Werüber all das hinaus noch tiefer eintauchen möchte in die Themen, mit denen sich die Indianer aktuell beschäftigen fi ndet in mir natürlich eine äusserst bereitwillige und fachkundige Gesprächspartnerin.

Mitfahren können Menschen jeden Alters. In einer Gruppe war die jüngste Teilnehmerin 17 und der älteste Teilnehmer 77 Jahre alt und wir alle hatten es richtig gut miteinander. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass bei mir alles etwas anders ist, als bei anderen Veranstaltern. Ich liebe die Natur und fi nde versteckte Winkel für starke Naturerlebnisse. Ich liebe die Menschen und interessiere mich nicht nur für die Indianer, sondern auch das Leben der Reiseteilnehmer. Jede Lebensgeschichte hat ihre Weisheit. Zu den für mich positivsten und berührendsten Rückmeldungen zählte die Aussage einer meiner Reiseteilnehmer: ,…ich bin ein besserer Grossvater geworden.’

Begegnungs- und Indianer-Reisen GmbH
Spieglerweg 4 B
88131 Lindau
Tel : 08382-944 803
email hidden; JavaScript is required
www.Begegnungs-Reisen.de

‚Der Erholungseffekt dieser wunderbaren Reise war gigantisch. Es war, als hätte ich einen Vorratstopf randvoll mit geistigem Reichtum mit nach Hause gebracht. Noch Jahre später zehre ich von den faszinierenden Erlebnissen. Vieles von diesen emotionalen Geschenken habe ich erst lange nach meiner Rückkehr begriffen – und es hat mir neue innere Welten erschlossen.’

Diana B., Stuttgart
Text: Corinna Veit

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Corinna Veit will eine Brücke zwischen den Kulturen sein (PDF)
Schwäbische Zeitung Samstag, 12. November 2011

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Indianerreisen USA | Nordamerika, Arizona, Montana, South Dakota, Wyoming | Lakota | buchen

Kommentare sind geschlossen.